10jähriges Jubiläum 2012

Im Jahre 2012 feierte der am 8. April 2002 gegründete Wachtberger Wander-Verein e.V. mit einem anspruchsvollen Festprogramm sein zehnjähriges Bestehen. Das Festprogramm begann am 13. April 2012 mit der jährlichen Mitgliederversammlung, in der u.a. der Vorstand neu gewählt wurde. Im Anschluss an die Mitgliederversammlung fand die Feier aus Anlass des zehnjährigen Jubiläums statt.

Jubiläumsfeier                                                                                                                                         Den Festvortrag auf der Jubiläumsfeier hielt der Fachbereichleiter Kultur beim Landschaftsverband Rheinland, Dr. Norbert Kühn. Im Mittelpunkt seiner Ausführungen stand die Aussage, dass all die großen und kleinen kunst- und kulturhistorischen Denkmäler einer Region sich mit der umgebenden Landschaft zu einer wunderbaren Kulturlandschaft verbinden. Und wer könne diesen kulturlandschaftlichen Reichtum den Menschen besser nahebringen und sie dafür begeistern als ein Wanderverein?

Für die heitere Note der Veranstaltung sorgten Mitglieder des Laienspiel-Kreis Oberbachem mit dem Sketch "Eine Vorstandssitzung", bei dem es - welch ein Zufall - um den Namensfindungsprozess für einen neuen Wanderverein ging. Die Berkumer Dorfmusikanten umrahmten die Veranstaltung musikalisch.

Zum Abschluss der Jubiläumsfeier wurde die aus Anlass des zehnjährigen Bestehens des Vereins erstellte Festschrift päsentiert. In der ansprechend gestalteten und reich bebilderten Schrift lässt der Vorstand die bisherige Vereinsgeschichte Revue passieren. Unter dem Titel "Vom Wachtberger Eifelverein zum Wachtberger Wander-Verein" beschreibt der Vereinsvorsitzende Ernst Picard, wie es mit dem Verein angefangen hat und welche Entwicklung er in seinem ersten Jahrzehnt genommen hat. In einem chronologischen Rückblick werden ferner die wichtigsten Ereignisse des Vereinsgeschehens in Erinnerung gebracht; dazu gehört auch Anekdotisches aus dem Vereinsleben.

Jubiläumswanderung                                                                                                                                  Ein besonderer Höhepunkt der Veranstaltungen zum 10jährigen Vereinsjubiläum war zweifellos die Jubiläumswanderung, die am 24. Juni 2012 unter dem Motto "Humorvolle Begegnungen mit historischen Persönlichkeiten des Drachenfelser Ländchens" stattfand. Hans-Jürgen Döring hatte verschiedene Personen des öffentlichen Lebens der Gemeinde Wachtberg dafür gewinnen können, in zeitgenössischen Kostümen und mit von ihm verfassten Texten in die Rolle von Persönlichkeiten zu schlüpfen, die in früherer Zeit im Drachenfelser Ländchen in besonderer Weise in Erscheinung getreten waren oder mit denen sich bestimmte Begebenheiten verbinden lassen.

Die Ankündigung der Wanderung in der Presse stieß auf große Resonanz. Vereinsvorsitzender Ernst Picard und Wanderführer Hans-Jürgen Döring konnten am Morgen des 24. Juni 2012 am Einkaufzentrum in Berkum rd. 60 Bürgerinnen und Bürger aus Wachtberg und der Umgebung zum Start der Wanderung durchs Drachenfels Ländchen begrüßen.

Erstes Ziel der Wanderung war der Fritzdorfer Wald, wo ein „ehrlicher Landwirt“ sich gerade zum Frühstück niedergelassen hatte und die Wanderer mit einem herzlichen „Juten Morjen, leev Lück“ begrüßte. Der Fritzdorfer Landwirt „Heinrich Sonntag“, in der Person von Volker Gütten, Mitglied des Laienspiel-Kreis Oberbachem,erzählte den Wanderern die Geschichte, wie er im Jahre 1954 beim Anlegen einer Rübenmiete den legendären „Fritzdorfer Goldbecher“ gefunden hat, der sich heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn befindet.

Nach einer kurzen Rast am Arzdorfer Feuerwehrhaus mit musikalischer Begleitung des Drehorgelspielers Paul Schmitz führte die Wanderung weiter am Geburtshaus des durch den Karnevalsschlager „En dr Kayjass Nummer Null“ weit über seine Kölner Wirkungsstätte hinaus bekannt gewordenen „Lehrer Welsch“ nach Klein Villip. Am ehemaligen Klein Villiper Hof wurden die Wanderer von „Catharina Zentner“, der späteren Ehefrau des Lehrers Welsch erwartet. Hier hatte die Historikerin Dr. Barbara Hausmanns in einem prächtigen Kostüm aus der 19./20. Jahrhundertwende ihren großen Auftritt.

Nächste Station der Wanderung war die Villiper Mühle, wo die Teilnehmer durch „Geheimrat Theodor von Guilleaume“ huldvoll empfangen wurden. In der Rolle des Geheimrats erzählte der frühere Beigeordnete der Gemeinde Wachtberg, Stefan Hahn, die Geschichte der Kölner Industriellenfamilie Guilleaume, die 1882 für 600 000 Reichsmark die Burg Gudenau erworben hatte.

Um sich für den weiteren Verlauf der rd. 14 km langen Wanderung zu stärken, kehrten die Wanderer gegen Mittag zu einem Picknick in der Hofanlage Kemp in Villip ein, wo sie von dem Ehepaar Bärbel und Josef Kemp freundlich begrüßt wurden. Nach der Mittagspause wurde die Wanderung in Richtung Villiprott fortgesetzt, wo am Forsthaus Schönewaldhaus „Kurfürst Clemens August“, in der Person von Förster Willi Wild, seinen „Unterthanen“ die Ehre erwies.

Wieder zurück in Villip berichtete am Kirchplatz die stellvertretende Bürgermeisterin Renate Offergeld als Blumenfrau „Veronika Schüffelgen“ von ihren Begegnungen mit Kaiser Wilhelm II. und dem Kronprinzen während derer Studentenzeiten in Bonn. Einen musikalischen Hochgenuss erlebten die Mitwanderer in der Holzemer Nepomuk-Kapelle, wo Nico Heinrich als kurfürstlicher Kammervirtuose „Anton Raaff“ Kostproben seiner hohen Gesangskunst gab.

Die Wanderung endete auf dem Wachtberg. Hier gab der preußische Baumeister „Ernst Friedrich Zwirner“, alias Jörg Ostermann, Einblicke in seine logistischen Probleme bei der Gewinnung und dem Transport von Trachytgestein aus dem Berkumer Domsteinbruch für den Weiterbau des Kölner Doms.

Krönender Abschluss eines erlebnis- und ereignisreichen Wandertages war ein kleiner Umtrunk auf dem Gelände am Wachtberg-Ehrenmal, der von den Berkumer Dorfmusikanten mit munteren Klängen musikalisch begleitet wurde. Der guten Stimmung tat auch der inzwischen einsetzende Nieselregen keinen Abbruch und alle Teilnehmer der Wanderung stimmten gutgelaunt in das von Hans-Jürgen Döring intonierte „Ländchenlied“ mit ein.

Zu guter Letzt sprach der Vereinsvorsitzende Ernst Picard allen, die zum guten Gelingen der Veranstaltung beigetragen hatten, insbesondere dem Organisator der Wanderung, Hans-Jürgen Döring, sowie den Darstellern der „historischen Wachtberger Figuren“, im Namen aller teilnehmenden Wanderer seinen herzlichen Dank aus und überreichte ihnen zur Erinnerung an diesen außergewöhnlichen Tag eine Urkunde.

In der regionalen Presse fand dieses besondere Ereinis ein starkes Echo. Sowohl die örtlichen Tageszeitungen als auch die wöchentlich erscheinenden Heimatblätter berichteten unter Titeln wie "Begegnung mit dem Geheimrat" oder "Stelldichein mit Wachtberger Berühmtheiten" ausführlich über die Jubiläumswanderung.