2019 - Ins Rheinische Braunkohlerevier

Die diesjährige kulturhistorische Exkursion des Wachtberger Wander-Vereins hat wie im vergangenen Jahr wiederum Dr. Christoph Abs organisiert und begleitet; diesmal ging es mit dem Bus nach Schloss Paffendorf und zur Museumsinsel Hombroich. Das in einem schönen Park gelegene Herrenhaus Schloss Paffendorf beherbergt u.a. eine Dauerausstellung über die Technik und Umweltwirkungen der rheinischen Braunkohlenindustrie mit Filmen, Ausstellungsstücken zur Braunkohlegewinnung und ökologischen Funden im Braunkohlerevier: also zu einem ganz aktuellen Thema. Der Schlosspark im Stile eines englischen Landschaftsparks mit seinen ausgedehnten Wasserflächen und vielen markanten Einzelbäumen vermittelt auf einem Rundgang zudem die Entwicklungsgeschichten von acht ausgewählten Bäumen. Unsere anfängliche Befürchtung, das regnerische Wetter könnte die beabsichtigte Verbindung von Kultur und Natur zunichtemachen, erwies sich erfreulicherweise als unbegründet, da das Wetter zunehmend freundlicher wurde. Und schließlich wurde die verbliebene Zeit bis zum gemeinsamen Mittagessen in der Brasserie des Schlosses durch die Klänge einer Jazz-Band im Schlosshof auf angenehme Weise verkürzt.

Auf der Weiterfahrt zur Museumsinsel Hombroich war eigentlich ein Stopp am Aussichtspunkt Jackerath in das Braunkohleabbaugebiet geplant, der jedoch den verlegten Autobahn- und Straßenführungen um die Abbaugrube zum Opfer fiel: das Navi kannte offenbar noch nicht die aktuelle Straßenführung und so blieb den Teilnehmern nur der Blick von der Autobahn aus in das riesige Abbaugebiet.

Die Museumsinsel Hombroich erreichte der Bus dann bei inzwischen teilweisem Sonnenschein: ideale Voraussetzung für einen ausgedehnten Spaziergang durch die Anlage. Das von Ausläufern der Erft („Insel“!) umgebene Museum ist ein Ensemble aus Landschaft, Architektur und Kunst mit historischem Baum- und Pflanzenbestand, in das begehbare Skulpturen (architektonische Raumgestaltungen mit Kunstwerken namhafter Künstler) und Skulpturen im Freien integriert sind. Der bewusste Verzicht auf Wegweiser, Beschilderungen und didaktische Hinweise macht es insbesondere nicht vorbereiteten Besuchern allerdings nicht ganz leicht, sich zu Recht zu finden. Trotzdem war das Gesamtkonzept aus beiden Ausflugszielen ein interessantes und schließlich auch noch wettertechnisch gelungenes Erlebnis.

Auf der Heimfahrt erinnerte Christoph Abs daran, dass im Rheinland eine Veranstaltung, die zweimal stattgefunden hat, bereits „Tradition“ ist und ließ in diesem Sinne durchblicken, dass er diese neue Tradition im nächsten Jahr fortsetzen könnte.  

Guntram Bauer