2015 - Edersee

Fotos: Monika Rau

Am Sonntag, dem 21. Juni 2015, machten sich zwölf Mitglieder des Wachtberger Wander-Vereins auf den Weg ins Nordhessische nach Edertal. Sie wollten dort den Kellerwald und die Edertalsperre erkunden. Aber zuerst fand am Sonntagnachmittag eine Stadtführung in Fritzlar und eine kleine Wanderung am dortigen Mühlbach statt. Diese Stadt bietet ein reichhaltiges Ensemble an Fachwerkhäusern und in Teilen gut erhaltene Stadtmauerstücke. Am Mühlbach hat die Stadt den Kunstwanderweg Ars Natura hergestellt. Danach ließ es sich in dem Hotel "Dornröschenhöh" in Edertal, das die Wanderführerin Dorothee Franke mit Bedacht ausgewählt hatte, gut speisen. Das Hotel bot nicht nur eine gute Ausgangslage für die Wandervorhaben, sondern liegt auch in friedvoller Umgebung und ist trotzdem gut zu erreichen.

Am Montag ging es dann richtig los. Jetzt stand eine Wanderung mit 17 km mit einigen Auf- und Abstiegen auf dem Programm. Die Truppe wanderte auf dem Kellersteig zur Burg Waldeck und genoss dort zur Mittagszeit im Cafe den imposanten Blick auf den Edersee. Die Truppe ließ sich durch den ständigen, aber leichten Regen, die Stimmung nicht verderben, denn das dichte Blätterwerk des Kellerwaldes fing die Regentropfen auf. Auf dem Weg zur Burg Waldeck konnten die Wanderer sehen, dass die Natur noch intakt ist: Drei Salamander ruhten sich auf den Wegen aus. Natürlich hielt die Truppe auch nach Waschbären Ausschau; aber diese scheuen Gesellen hielten sich fern. An sich war vorgesehen, nach den 17 km mit einem Ausflugsschiff zur Edertalsperre zurück zu fahren. Da aber dieses Ausflugsschiff ohne Vorwarnung wegen des abgesenkten Wasserstandes eine 500 m entfernte und hinter einer Kurve liegende Anlegestelle anfuhr, stand die Truppe zunächst ohne Rückkehrmöglichkeit da. Glücklicherweise waren zwei Wanderer an diesem Tag nicht mitgewandert, sodass sie mit Hilfe des Handys mit ihrem Pkw zu Hilfe eilten. Dies ermöglichte der Truppe, dass sie rechtzeitig zum Abendessen wieder im Hotel war. Kurz ausgeruht und erfrischt konnten sich die Wanderer am Abendessen und danach in harmonischer Atmosphäre über ihre Erlebnisse am Tage und an früheren Wanderungen austauschen.
Der dritte Tag brachte eine kleine Steigerung in der Wanderstrecke und in den Höhenmetern. Die Wanderführerin hatte eine Wanderung im mittleren Kellerwald vorgesehen und einen ortsansässigen Wanderführer gechartert. An diesem Tag regnete es nur hin und wieder leicht und auch die Sonne drang des Öfteren durch die wechselnd aufgelockerte Wolkendecke. Der Wanderführer kannte den Kellerwald nicht nur aus Wanderführungen, sondern auch als "Druide", denn er wanderte oft im Januar und Februar wochenlang allein durch Wald und Feld und übernachtete in den offenen Wanderhütten am Wegesrand. Er entpuppte sich als Nachkomme der Kelten, der zwar Philosophie studiert hatte, aber als Fachlaie die Keltik erforscht. Er zeigte uns in der dortigen Gegend typische Pflanzen und erwies sich, obwohl er erst vor 2 1/2 Jahren aus Mittelthüringen zugezogen war, als Kenner der Landschaft und der Natur. Unterwegs bot eine Käserei ihre Produkte an. Natürlich ließen es sich einige Wanderer nicht nehmen, Käse direkt vom Bauer zu kaufen. Die Truppe wanderte an diesem Tag 21,8 km und bewältigte 553 Höhenmeter.
Aber auch am (Mittwoch) Abreisetag wollte die Wanderschar das Nordhessische nicht sofort verlassen: Jetzt stand noch eine kurze Wanderung auf dem Urwaldsteig mit den charakteristischen Knorreichen auf dem Programm.
So vertraut mit Wald, Edertalsperre, Fahrplan der Ausflugsschiffe und Leuten wurde am Nachmittag die Heimfahrt angetreten. Der Wanderführerin Dorothee Franke sei nochmals für die schöne Wanderreise und die harmonische entspannte Atmosphäre gedankt.

Dr. Hermann Nanz